Tradition und Geschichte

 

„Wey houdn alles oagfangt?“

In Mitterteich gibt es die Zoigltradition schon so lange wie das Reinheitsgebot: seit 1516. Zu der Zeit wurde auch die Brauordnung für die Brauberechtigten aufgestellt, die, mit einigen Änderungen, bis heute gilt. Interessant daran ist, dass in Mitterteich grundsätzlich jeder Bürger, der ein Anwesen hat, brauberechtigt ist. Genauere Infos über uns und das Boozhaus wollen wir euch nicht vorenthalten.

 

Wey wird da Zoigl breyd?“

1. Im Kommunbrauhaus.

Die in der Mälzerei hergestellte Braugerste wird im Kommunbrauhaus geschrotet. Mit heißem Wasser beigesetzt bildet es den Biersud. Dazu kommt noch Hopfen, sodass man im Endergebnis die Anstellwürze erhält. Wenn ihr also Rauch vom Kommunbrauhaus aufsteigen seht, wisst ihr: Es wird wieder gebraut. Die Anstellwürze kommt über Nacht in das Kühlschiff, das sich unter dem Dach des Kommunbrauhauses befindet.

2. Im Zoiglanwesen.

Die vorgekühlte Anstellwürze wird zum Anwesen des Zoiglwirts gebracht und dort nach weiterer Abkühlung mit Hefe versetzt: die Gärung kann beginnen. Dabei entsteht aus der ursprünglich im Braumalz enthaltenen Stärke Alkohol und wir erhalten das erwünschte Endprodukt: Bier.  Nach 1-2 Wochen ist der Haupt-Gärprozess  abgeschlossen und wir sind beim jungen, noch ungereiften Bier. Dieses wird von der Hefe abgezogen (nicht gefiltert) und in die Lagertanks „geschlaucht“. Dort erlangt es mittels der Nachgärung und einer Lagerzeit von mindestens 4 Wochen die nötige Reife.  Von hier wird das fertige Zoiglbier dann in der darüberliegenden Wirtsstube frisch gezapft und ausgeschenkt.

 

„Wos houd des mit dem heitign Logo af sich und wos macht an „echten Zoigl“ aas?“ 

Wenn ihr zu einem Zoigl kommt, der das Logo „Echter Zoigl vom Kommunbrauer“ verwendet, dann könnt ihr euch sicher sein: Dieses Bier wird ganz nach den besagten Regeln der Zoigl-Braukunst in einem Kommunbrauhaus hergestellt. Echter Zoigl wird vor allem nicht pasteurisiert, also nicht durch Erhitzen länger haltbar gemacht, auch nicht durch den Zusatz irgendwelcher Konservierungsstoffe. Er wird auf dem Anwesen des Wirts vergoren und gelagert, und direkt in den dortigen Räumlichkeiten ausgeschenkt.

 

„Wai schmeckt der Zoigl?“

Bei jedem Wirt und mit jedem mal Brauen anders. Warum? Zum einen, weil jeder Wirt sein eigenes Rezept und seine eigenen Zutaten hat. Und zum anderen können u. a. Faktoren wie ein Klimaumschwung oder Temperaturänderungen  in der Brauphase das Bier beeinflussen, selbst wenn die Temperatur im Bierkeller geregelt ist. Denn wie gesagt wird der Zoigl nicht pasteurisiert und ist somit sensibler als Bier von kommerziellen Brauereien.

 

„Warum habt’s ihr niad immer offn?“

Gemäß der Tradition wechseln sich die Zoiglwirte jedes Ortes immer ab. In Mitterteich heißt das also: Mal gibt’s Zoigl beim Lugert, mal beim Oppl, mal beim Hartwich. Der Ausschank geht dabei immer 5-8 Tage lang, ca. 6-8 mal pro Jahr.

Grund dafür ist, dass ein bescheidener Zoiglwirt gar nicht die Kapazitäten für einen durchgehenden Zoiglausschank in seinen Räumlichkeiten hätte: der Bierkeller fasst nur eine begrenzte Menge an Bier. Außerdem geht es ja traditionsgemäß um die Gemütlichkeit, und dou setzt ma se eem bei jedem amal zam.